Startbanner - Freunde helfen Freunden Den Kindern von Tschernobyl e.V.

Berichte aus der Presse


Drei Wochen ohne Strahlenbelastung

AZ vom 23.07.2011 - GUTENBERG
Von Christine Jäckel


GASTKINDER Zwölf Jungs und Mädchen aus dem Gomelgebiet erholten sich an der Nahe
Zwölf Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 16 Jahren gehörten zu der Gastkindergruppe, die die aktiven Mitglieder des Vereins „Freunde helfen Freunden - den Kindern von Tschernobyl“ willkommen hieß. Vorsitzende Karin Pfeiffer und ihre Vorstandskollegen haben mit Unterstützung der Gasteltern und vieler ..

weiterlesen auf den Seiten der AZ Bad Kreuznach

Kinder aus Tschernobyl waren drei Wochen lang zu Gast bei Freunden

Engagement Seit 20 Jahren stellt der Gutenberger Verein ein kurzweiliges Ferienprogramm zusammen

Von unserem Mitarbeiter Dieter Ackermann

Gutenberg. Wenn am kommenden Sonntag die zwölf Jungen und Mädchen und ihre drei Betreuerinnen aus dem Gomelgebiet wieder zurück nach Weißrussland fahren, können sie voller Stolz und großer Freude auf drei erholungs- und erlebnisreiche Wochen zurückblicken. Während dieser Zeit waren die Kinder bei Gasteltern des Gutenberger Vereins „Freunde helfen Freunden – den Kindern von Tschernobyl“ in Gutenberg und in einigen Nachbargemeinden untergebracht.

Auch im 20. Jahr ihres Bestehens hatten die Mitglieder um Vorsitzende Karin Pfeiffer ein kurzweiliges Programm auf die Beine gestellt, das die Kinder in vollen Zügen genossen. Vor allem Vormittags konnten die Gäste im Alter von 8 bis 16 Jahren im Bürgerhaus miteinander spielen. Beim Gutenberger „Bangertfest“ wurden die Kinder von der Wählergruppe Süss beköstigt. Mit dem DRK Roxheim ging es zum Holiday-Park nach Haßloch. Der Bad Sobernheimer Barfußpfad wurde unter die Sohlen genommen, auf der Lauschhütte bei Daxweiler der Binger Wald kennengelernt und in Bad Kreuznach der Jo-Jo-Park erkundet.

Um den Gesundheitszustand ihre Zähne kümmerte sich ein Zahnarzt aus Gensingen. Im Opel-Zoo hatten die Kinder genauso ihren Spaß wie in Rüdesheim am Rhein. „Trotz der großzügigen Unterstützung vieler ist der Verein nach wie vor auf Geldspenden angewiesen“, machte Pfeiffer deutlich. Ebenso, dass man gern noch einige Kinder mehr aufnehmen möchte, damit sie sich erholen. Doch es mangelt an Gasteltern. Informationen dazu bei Karin Pfeiffer, Telefon 06706/8935.

Spenden können auf folgende Konten eingezahlt werden: 127626 bei VB Rhein-Nahe-Hunsrück, BLZ 560 900 00; 5050863 bei Hypovereinsbank, BLZ 560 200 86; 10046696 bei SK Rhein-Nahe, BLZ 560 501 80.

Oeffentlicher Anzeiger vom Samstag, 23. Juli 2011, Seite 21

Fest hilft den Kindern von Tschernobyll

Benefizaktion Zu Swingmelodien getafelt

Von unserem Mitarbeiter Dieter Ackermann

Gutenberg. Seit 20 Jahren bereitet der Verein „Freunde helfen Freunden“ Mädchen und Jungen aus der Region Tschernobyl unbeschwerte Erholungstage im Gräfenbachtal. Zurzeit sind in Gutenberg und benachbarten Gemeinden zwölf Kinder aus Bolotnaja im Gomelgebiet (Weißrussland) bei Gasteltern untergebracht.

Zur finanziellen Unterstützung des Vereins um seine rührige Vorsitzende Karin Pfeiffer wurde im Weingut Dapper ordentlich geswingt und der Gutenberger Rebensaft genossen. Dabei stellten zahlreiche Gutenberger ihr großes ehrenamtliches Engagement unter Beweis. Allen voran das Winzerehepaar Martina und Eckard Dapper mit seinen Kindern Joela und Matheo sowie Oma Alice. Aber auch die Vorstandsmitglieder packten ordentlich mit an. Sie hatten für die kulinarischen Köstlichkeiten mit vielen regionaltypischen Gerichten gesorgt.

Dazu bot das Louisiana Swingtett aus Gutenberg/Hargesheim, das sich ebenso ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache stellte, allerbeste musikalische Unterhaltung. Die spielfreudigen Akteure mit Eckhard Gerth (Keyboard), Claus Louis (Saxofon, Klarinette, Geige), Peter Kubitscheck (Akkordeon), Petra Gerth, Sonja Kubitscheck und Friederike Louis (Gesang) sorgten mit legendären Hits wie „Egon, Egon“, „Wochenend und Sonnenschein“ oder weltbekannten Beatles-Titeln für große Begeisterung und reichlich Applaus. Der Erlös ist vor allem für die Versicherungsbeiträge der Ferienkinder und die nicht unerheblichen Fahrtkosten von Weißrussland nach Gutenberg bestimmt.

Spenden für die Vereinsarbeit können auf folgende Konten eingezahlt werden: Ktonr. 127 626, VB Nahetal BLZ 560 900 00, oder Ktonr. 5050 863, Hypo-Vereinsbank, BLZ 560 200 86. Infos bei Karin Pfeiffer, Telefon 06706/8935

Oeffentlicher Anzeiger vom Donnerstag, 14. Juli 2011, Seite 19

Die Arbeit lohnt für jedes einzelne Kind

AZ vom 29.04.2011 - GUTENBERG
Von Christine Jäckel

TSCHERNOBYL-HILFE I Seit 25 Jahren ermöglicht der Verein Gomel-Kindern unbeschwerte Ferien an der Nahe Im Sommer 1992 kamen die ersten Gastkinder aus dem von der Reaktorkatastrophe stark verstrahlten Gomelgebiet für einen Ferienaufenthalt nach Gutenberg. „Das war zuerst komisch, wir haben uns vorher viele Gedanken gemacht, wie das ..

 weiterlesen auf den Seiten der AZ Bad Kreuznach

Tschernobyl-Kinder: Gasteltern fehlen

Freundschaft 25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe kämpfen Hilfsvereine im Kreis ums Überleben

Von unserem Redakteur

Harald Gebhardt

M Bad Kreuznach. 25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl stecken die Hilfsvereine, die strahlenbelastete Kinder seit Jahren aufnehmen, damit sie sich an der Nahe erholen und regenerieren können, selbst in der Krise oder kämpfen ums Überleben: Es fehlen Gasteltern. Einer der fünf Vereine im Kreis Kreuznach musste deshalb aufgeben: Der Verein „Freunde der Kinder von Tschernobyl Hargesheim“ wurde aufgelöst.

Vereine für die Kinder von Tschernobyl – die meisten wurden um 1993/1994 gegründet – gibt es jetzt noch in Gutenberg, in Bad Kreuznach, in Odenbach/Glan und in Kirschroth. Sie alle haben mit demselben Problem zu kämpfen, bestätigt Karin Pfeiffer vom Gutenberger Verein. Und Erika Vollmer vom Bad Kreuznacher Verein meint: „Es ist heute sehr schwierig, Gastfamilien zu finden, die Kinder für vier Wochen im Sommer bei sich aufnehmen.“ In den vergangenen Jahren ging ihre Zahl kontinuierlich zurück: Waren es in den ersten Jahren noch 60 Kinder, die eingeladen werden konnten, so sind es in diesem Jahr nur noch 18.

Obwohl die Bedürftigkeit anhält, der Bedarf da ist und Hilfe immer noch nötig ist, lässt das Engagement hierzulande nach – beim Odenbacher Verein im Glantal genauso wie in der Kreisstadt Bad Kreuznach. „Tschernobyl ist aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten und auch in den Medien nicht mehr so präsent. Vielen Menschen ist außerdem nicht klar, dass die gesundheitlichen Belastungen für die Menschen, die in der strahlenverseuchten Region leben, nach wir vor bestehen“, erklärt Erika Vollmer. So bitter es klingt, die japanische Atomkatastrophe in Fukushima kommt dafür zu spät: „Leider Gottes“, so Erika Vollmer, hat erst sie auch die Spätfolgen von Tschernobyl wieder ins Bewusstsein gerückt. Ob dies für die Tschernobyl-Vereine auch positive Folgen hat, lasse sich jetzt noch nicht abschätzen.

Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor in Tschernobyl. „Die Leute denken: Nach 25 Jahren vorbei und vergessen“, meint Hans-Joachim Müller, Zweiter Vorsitzender des Odenbacher Vereins. „Doch das ist nicht der Fall: Der Bedarf an Erholungsplätzen ist akut.“ Auch im Glantal gibt es Probleme, Gastfamilien zu finden. Früher wurden im Sommer 100 Kinder betreut, dieses Jahr sind es gerade mal 25. „Aber wir wollen weitermachen“, gibt sich Müller kämpferisch. Die Hilfstransporte sind inzwischen eingestellt. Stattdessen unterstützt man Projekte vor Ort finanziell.

Sabine Schwarz, Vorsitzende des Hargesheimer Vereins, nennt noch einen anderen Grund, warum es an Gasteltern mangelt: „Die Situation der Familien in Deutschland hat sich geändert. Heute gehen oft beide Elternpaare arbeiten.“ Und es sei nicht gelungen, unter der nachfolgenden Elterngeneration Gastfamilien zu finden. Sie weiß gleichwohl, wie wichtig der Erholungsaufenthalt für die Tschernobylkinder auch 25 Jahre nach der Reaktorexplosion noch ist. Das Immunsystem der Kinder wird gestärkt, im Winter sind sie seltener krank. Das haben ärztliche Untersuchungen bestätigt. „Die Folgen von Tschernobyl sind auch heute nicht vorbei.“ Die Menschen ernähren sich weiter von strahlenverseuchten Nahrungsmitteln, und die Kinder von damals haben heute selbst Kinder, vererben die gesundheitlichen Belastungen.

Sabine Schwarz fühlt sich den Tschernobyl-Kindern immer noch „verpflichtet“. Sie weiß aber auch, dass sie loslassen muss. Der letzte der 15 Hilfskonvois rollte im Herbst 2010 nach Otor im Gomelgebiet in Weißrussland, Kinder kommen nun nicht mehr zum Erholungsaufenthalt hierher. Nach jahrzehntelangem Engagement fällt dies Sabine Schwarz schwer. Denn seit ihr eigener Sohn ein Jahr alt war, wuchs er für vier Wochen im Sommer immer mit einem weiteren Kind im Hause auf – 20 Jahre lang.

Oeffentlicher Anzeiger vom Mittwoch, 27. April 2011, Seite 17