FAQ - Häufig gestellte Fragen
- Wer kann ein Kind aufnehmen?
- Wie läuft es mit der Verständigung?
- Was mache ich bei Heimweh?
- Was essen/ trinken die Kinder gerne?
- Muss ich das Kind versichern?
- Wie soll die Freizeit gestaltet werden?
- Wie alt sind die Kinder?
- Kann ich meinem Gastkind Geschenke machen?
- Was sollte ich nach der Ankunft beachten?
- Kann ich Pakete über den Verein nach Belarus schicken?
Im Verein Freunde helfen Freunden - den Kindern von Tschernobyl e.v. Gutenberg gibt es Gastfamilien aus allen möglichen Altersgruppen. Wie haben eine junge Familie mit Kleinkind, Familien mit schulpflichtigen Kindern, Familien mit erwachsenen Kindern und auch Rentner die ein oder sogar mehreren Kindern einen Gastaufenthalt ermöglichen.
Wie läuft es mit der Verständigung?
Die Kinder sprechen Weißrussisch, manche Ältere ein wenig Englisch, oder etwas Deutsch. Der verein stellt den Gasteltern eine Übersetzungshilfe zur Verfügung in dem die gängigsten Sätze ( hast Du Hunger? Du musst um __ Uhr aufstehen? Geht es Dir gut?...) zu finden sind. Es gibt im Buchhandel eine Vielzahl von Wörterbüchern, auch spezielle Wörterbücher für Kinder. Sehr hilfreich ist auch die Internetseite www.online-translator.com. Hier gibt man einen deutschen Text ein und er wird dann ins russische übersetzt. Die mitgereisten, deutschsprachigen Betreuerinnen der Kinder helfen auch sehr gerne bei Verständigungsproblemen. Die beiden sind während der Betreuungszeiten am Vormittag im ev. Gemeindehaus in Gutenberg, und ansonsten meistens telefonisch zu erreichen.
Zu allererst ist zu sagen, dass dies bei allen Kindern unterschiedlich ist. Es gibt Kinder, die drei Wochen kein Heimweh haben, es gibt aber auch Kinder, denen die Trennung von der Familie schwerer zu schaffen macht. Mit einer entspannten, liebevollen, fröhlichen Familienatmosphäre und Zuwendung kann man schon viel gegen Heimweh tun. Sollte es schlimmer werden, helfen die Betreuerinnen sehr gut weiter. Ein Telefonanruf zu Hause ( in jedem Jahr bekommt man ein günstige Vorwahl, sodass sich die Telefonkosten nach Weißrussland im Rahmen halten), oder einfach Ablenkung lassen schnell manche Träne trocknen. Auch das Interesse an der Familie des Kindes ist hilfreich. Die Kinder erzählen sehr gerne über ihre Familie, zeigen stolz die Fotos von zu Hause, vielleicht macht es ihnen ja Spaß für die Eltern was zu basteln oder ein Bild zu malen. Im Zweifelsfall sollte man sich aber immer an die Betreuerinnen wenden, diese stehen mit Rat und Tat den Gasteltern zur Seite.
Was essen/ trinken die Kinder gerne?
Auch das ist natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich. Erfahrungsgemäß essen die meisten Kinder sehr gerne eine eher deftige Küche. D.h. Fleisch, Suppen, Kartoffeln und Nudeln, aber auch Wurst und Käse kommen bei den meisten Kindern gut an. Da es sich um einen Erholungsurlaub handelt, sollte eine gesunde, vitaminreiche Ernährung im Vordergrund stehen. Da die Kinder meistens eine recht einseitige Kost von zu Hause kennen, sollten verstärkt Salate, Gemüse und Obst angeboten werden. Milch wird in Weißrussland wegen ihres besonders hohen Verstrahlungsgrades wenig getrunken, daher sollten auch Milchprodukte verstärkt auf dem Speiseplan stehen. Da es eben aber auch Urlaub ist, und man den Kindern vielleicht etwas „Besonderes“ bieten möchte, kann man den Kindern mit einen Mac Donald Besuch oder einer Pizza eine große Freude machen. Auch Coca Cola wird sehr gerne getrunken, die sollte aber natürlich nicht täglich angeboten werden.
Alle Kinder werden während ihres Aufenthaltes vom Verein Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversichert. Alle Gasteltern bekommen zu Beginn des Aufenthaltes ein Formular, welches beim Arztbesuch vorzulegen ist. Die Praxisgebühr muss nicht bezahlt werden, die Kinder sind Privat versichert.
Wie soll die Freizeit gestaltet werden?
Am Besten integriert man die Kinder in den ganz normalen Familienalltag und verplant nicht den ganzen Tag mit zahlreichen Programmpunkten. Jedes Kind sollte auch etwas Freiraum haben, und sich zurück ziehen können. Gemeinsames spielen, Spaziergänge, Schwimmbad Besuch (Bitte nur mit Aufsicht!) kommen bei den Kindern in der Regel gut an. Die Kinder bekommen ja schon vom Verein ein buntes Ferienprogramm geboten. Ein gemeinsamer Familienausflug kann der Höhepunkt der Sommerferien der Kinder werden.
Die Gastkinder sind zwischen 8 und 16 Jahren. Die Gastfamilie kann beispielsweise dem Verein mitteilen, dass sie gerne einen ca. 10 jährigen Jungen einladen möchten. Die Entscheidung welche Kinder dann letztendlich nach Deutschland kommen, treffen die Verantwortlichen in der Schule.
Kann ich meinem Gastkind Geschenke machen?
Natürlich, wichtig ist es aber die Kinder nicht zu überfrachten. Hier sei noch mal gesagt, die Kinder kommen hauptsächlich aus Erholungsgründen nach Deutschland, nicht um die heimische Haushaltskasse aufzubessern. Richtig ist aber auch, dass die Kinder nicht einen solchen Lebensstandard nicht gewohnt sind, wie sie ihn hier vorfinden. Daher sind gut erhaltene, strapazierfähige Schuhe und Kleidung (gerne auch aus dem Second Hand Laden) genau das Richtige. Erfahrungsgemäß suchen sich die Kinder auch Decken und Winterkleidung und Schuhe aus. Schulmaterial, Ballspiele, Bastelmaterial und Sporttaschen sind auch sinnvolle Geschenke, für zu Hause auch Hygieneartikel (Seifen, Zahnpasta- und Bürsten etc.). Sollten sie die Geschenke neu kaufen, sammeln Sie bitte die Belege, damit kann Ihnen der Verein evt. eine Spendenquittung erstellen. Bitte schenken Sie keine Elektroartikel, Fotoapparate und auch kein Bargeld. Zum einen sollen keine übersteigerten Erwartungen aufkommen, zum anderen sind solche Geschenke verboten und die Kinder bekommen Probleme beim Zoll.
Was sollte ich nach der Ankunft beachten?
Die Kinder kommen in der Regel am frühen Abend (Samstag) nach ca. 36 stündiger Fahrt in Gutenberg an. Treffpunkt ist der Dorfplatz zwischen ev. Gemeindehaus und Turnhalle. Sollte es eine Änderung der Ankunftszeit geben, werden die Gasteltern mit Hilfe einer Telefonkette informiert.
Gerade Kinder die das erste Mal an dem Gastaufenthalt in Deutschland teilnehmen, sollte man am ersten Abend nicht überfordern. Die Hausführung oder der Geschenke Austausch (die Kinder bringen i.d.R. immer eine Kleinigkeit für Sie mit) kann ruhig auf den nächsten Tag verschoben werden. Man sollte den Kindern ihr Zimmer/ Bett zeigen und sie mit den hygienischen Bedingungen im Badezimmer/ Toilette vertraut machen. Manche Kinder sind einen hygienischen Standart wie wir ihn für selbstverständlich halten nicht gewohnt. Bieten Sie gerne noch Getränke und ein Abendessen an, aber wundern sie sich nicht, wenn das Kind erst einmal alles ablehnt. Die lange Fahrt und die vielfältigen Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden.
Ist es noch nicht so spät am Abend können Sie das Kind evt. zu Hause anrufen lassen. Sie bekommen vom Verein in jedem Jahr eine Vorwahl genannt, die die Telefonkosten nach Weißrussland absolut im Rahmen hält.
Auch am ersten Tag gilt, überfordern Sie die Kinder nicht mit gut gemeinten Ausflügen oder Aktionen. Der Tag sollte zum gegenseitigen kennen lernen da sein. Heute kann das Haus /die Wohnung besichtigt werden. Die Gastgeschenke des Kindes können übergeben werden und die Kinder freuen sich sehr, wenn Sie sich für ihre Familie und ihre Heimat interessieren. Stolz werden dann meistens die Fotos von zu Hause gezeigt. Ein Tipp: Packen Sie gemeinsam mit dem Kind den Koffer aus und waschen sie die mitgebrachte Wäsche. Oft sind auch noch ein paar mitgebrachte Lebensmittel im Koffer die ansonsten vom Kind vergessen werden.
Vielleicht ist in Ihrer Nähe noch ein „Tschernobyl- Kind“ untergebracht. Mit einem kurzen Besuch am Nachmittag machen sie Ihrem kleinen Gast bestimmt eine große Freude. Denn ein kurzer Austausch in der eigenen Sprache lässt den ersten Sonntag etwas kürzer werden.
Montags beginnt dann der „Alltag“. Die Kinder können von 8.30 Uhr bis 14.00 Uhr in das ev. Gemeindehaus nach Gutenberg gebracht werden (die Betreuungszeit richtet sich ganz nach Ihrem Bedarf, sind sie Berufstätig und müssen früher zur Arbeit kann die Betreuungszeit verlängert werden). Dort werden sie von den mitgereisten Betreuerinnen betreut. Oft finden am zusätzlich gemeinsame Aktionen statt, wie z.B. kegeln, wandern, Kinderdisco etc. Mindestens ein Tagesausflug und ein Zahnarzt-Besuch stehen genau wie ein großes Abschlussfest jedes Jahr auf dem Programm. So wird der Aufenthalt für die Kinder sehr kurzweilig und abwechslungsreich gestaltet. Ein Familienausflug kann der Höhepunkt des Aufenthaltes für Ihren kleinen Gast werden.
Bei Fragen, Krankheit oder Problemen stehen Ihnen Karin Pfeiffer, die anderen Vorstandsmitglieder und natürlich die weißrussischen Betreuerinnen mit Rat und Tat zur Seite.
Kann ich Pakete über den Verein nach Belarus schicken?
Die letzten Jahre schickte der Verein im Herbst immer eine Menge Pakete für die Gastkinder und Hilfsgüter wie Kleider, Schuhe aber auch Spielzeug etc. nach Bolotnja. In diesem Jahr (2008) musste die Paketaktion leider ausfallen. Sehr zum Bedauern des Vereins und auch der Gasteltern, die „ihrem“ Kind so kurz vor Weihnachten immer gerne ein Paket geschickt haben. Diese Hilfstransporte waren privat organisiert und wurden nicht mit der „normalen“ Post verschickt. Zum einen ließ das die Menge nicht zu, zum anderen zeigt die Erfahrung, dass viele Pakete auf dem Postweg den Empfänger nicht erreichen. Dies liegt natürlich nicht an der Post, sondern an einem der Kontrollorgane, die Pakete in Weißrussland passieren müssen.
In diesem Jahr wurden die gesetzlichen Bestimmungen in Weißrussland so verschärft, dass wir die Paketaktion abgesagt haben. Schließlich sollen die Kinder ihre Pakete auch bekommen und das auch noch möglichst zeitnah. Viele Vereine sind schon dazu übergegangen selbst Hilfstransporte nach Weißrussland zu fahren.
Sollte es wieder möglich sein, Pakete nach Weißrussland mit der Gewissheit zu schicken, dass sie beim Empfänger ankommen, werden wir die beliebte Aktion sofort wieder aufnehmen.

